Ming Tsao wurde 1966 in Berkeley, Kalifornien geboren. Seine ersten musikalischen Erfahrungen machte er mit dem Berkeley Youth Orchestra und der Young People’s Symphony, wo er Violine und Viola spielte. Anschließend lebte er in Suzhou in China und studierte er die traditionelle Guquin (Chinesische Zither) zusammen mit dem renomierten Guqin-Spieler Wu Zhao-ji.

Die Musik von Ming Tsao bildet eine „spekulative Wendung“ in der Musikkomposition, welche mögliche Welten als Kontrapunkt zu unserem gegenwärtigen Verständnis von Raum postuliert, wo musikalische Lyrik mit Geräuschen vermischt eine Sensibilität zu Beziehungen zwischen menschlichem Einfluss und Präsenz in der Welt suggeriert. Tsao verbindet die Materialität von Klang, formaler Strenge und extremen expressionistischen Abstraktionen und erneuert so die Idee der musikalischen Lyrik als gebrochen, beschädigt, multiperspektivisch, komplex und problematisiert um die Komplexitäten der umgebenden Welt zu verhandeln.

Seine Performance-Projekte umfassen die Oper Die Geisterinsel für die Staatsoper Stuttgart 2011 und eine vollständige Umsetzung von Stockhausens Plus Minus, das erfolgreich beim Wittener Tage Festival 2013 uraufgeführt wurde. Seine Kompositionen wurden von Ensembles wie dem Arditti Quartet, dem ensemble recherche, dem ELISION Ensemble, dem Ensemble SurPlus und dem Ensemble Ascolta bei Veranstaltungen wie dem Donaueschingen Musiktage Festival, Wien Modern, dem Wittener Tage Festival, Maerz Musik und den Darmstadt New Music Courses aufgeführt. Musik von Ming Tsao wurde bei den Labels Kairos Music und Mode Records veröffentlicht, des Weiteren schrieb er das Buch Abstract Musical Intervals: Group Theory for Composition and Analysis. Er komponiert zur Zeit die weiträumige Oper Mudan ting, die eine Verbindung zwischen der deutschen Oper des frühen 20. Jahrhunderts und der Chinesischen Kunqu Oper der Ming Dynastie, die Wege entdeckt, welche Ideen vom Inventionen und Fortschritten neben der Idee von traditioneller Verbesserung, Kultivierung und Respektieren der Natur leben, zieht.

Er war Professor für Komposition an der Universität Göteborg in Schweden und ist jetzt Vertretungsprofessor für Komposition an der Hochschule für Musik, Theater und Medien Hannover. Er hat einen Doktortitel in Musikkomposition an der Universität Kalifornien, San Diego, einen Master in Mathematik an der San Francisco State University und einen Master in Ethnomusikologie der Columbia University. Er führte weitere Studien zu Logik und Philosophie an der University of California, Berkeley durch.


Ausbildung

University of California, San Diego, 2000–2007
Doktorat in Musik Komposition

Mathematical Sciences Research Institute, University of California, Berkeley, 1998–1999
CIRE Stipendium für Mathematische Forschung

San Francisco State University, 1995–2000
Masters in Mathematik

University of California, Berkeley, 1993–1994
Bachelor Studien in Logik und Philosophie

Columbia University, New York, 1990–1992
Masters in Musikethnologie

Berklee College of Music, MA., 1985–1988
Bachelors in Musik Komposition

Suzhou University, China, 1984
Austauschstudent in Chinesische Musik


Hauptlehrer:

Musik Komposition: Chaya Czernowin, Brian Ferneyhough
Elektronische Musikkomposition: Mario Davidovsky
Geige/Bratsche: Ron Erickson
E. Bass: Joe Satriani
Guqin (Chinesische Zither): Wu Zhao-ji
Musikethnologie: Dieter Christensen
Logik: Charles Chihara
Mathematik: James Smith, Alfred Tang, Sergei Ovchinnikov
Musikalische Akustik: Gerald Balzano, F. Richard Moore
Film: Jean-Pierre Gorin
Poesie: Michael Davidson


  Ming Tsao Worklist (pdf)